Else Federn
1874, Wien – 1946, Bristol
Else Federn gründete 1901 gemeinsam mit Marie Lang den „Verein Settlement“ in Ottakring: ein Nachbarschaftszentrum, das Armutsbetroffene zur Selbsthilfe ermutigen wollte. Angeboten wurden Kinderbetreuung, Mütterberatung sowie Hilfe für junge Straffällige und Wohnungslose, zudem wurde ein modernes Jugendwohnheim gebaut. Else Federn leitete das Wiener Sozialprojekt und war gut vernetzt mit der internationalen Settlementbewegung, vor allem mit dem Settlement in London. Sie wurde von der bürgerlichen Frauenbewegung unterstützt und publizierte in deren Medien über soziale Probleme.
1938 erlebte Else Federn das Ende ihres Lebenswerks: Der Verein wurde vom NS-Regime aufgelöst, alle Mitarbeiterinnen mussten entlassen werden. Nach ihrer Flucht nach England kam sie im Settlement in Bristol unter, wo sie bis zu ihrem Tod versorgt wurde.
Nach dem Krieg wurde das Settlement in Wien wieder neu aufgebaut. Das Settlement in Ottakring bestand bis 2003. Die Settlements gelten heute in der Sozialen Arbeit als Vorläufer der Methode der Gemeinwesenarbeit.
