Hilde Böhmer 

Hilde Böhmer 


1906, Wien – 2003, Wien

Hildegarde Böhmer, die sich selbst Hilde nannte, absolvierte die „Schönbrunner Erzieherschule“, leitete Ende der 1920er Jahre das erste Arbeiterkinderheim und lebte mit ihrem Mann Josef Böhmer in Wien-Favoriten. Ab 1930 war sie als Fürsorgerin im Jugendamt tätig, zuletzt im Bezirksjugendamt Favoriten. 1934 reagierte sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Josef Böhmer auf mögliche Repressionen, indem sie eine mehrmonatige Motorradtour durch Afrika unternahm, über die sie auch publizierte.

Hilde und Josef Böhmer konnten bei Vortragsreisen quer durch Europa Material schmuggeln und sie unterstützten im Hintergrund Fluchtvorbereitungen politischer Weggefährt:innen. Josef Böhmer verweigerte den Wehrdienst und versuchte mit einem Visum in die USA zu entkommen.

1939 gelangten sie über Paris und Kuba in die USA, wo Hilde Böhmer ein Masterstudium an der Columbia University absolvierte. Von 1959 bis 1964 war sie in leitender Position in der Krankenhaussozialarbeit tätig. 1981 erhielt sie das Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich und kehrte später nach Wien zurück. 

Link zur Lebensgeschichte von Hilde Böhmer im Buch: Pionierinnen und Grenzgängerinnen Sozialer Arbeit. 80 Biografien verfolgter Fürsorgerinnen in Wien (2026), 51-58.