Franzi Löw
1916, Wien – 1996, Wien
Franzi Löw wurde in eine Rabbinerfamilie in Währing geboren. Sie schloss 1937 ihre Ausbildung an der Schule von Ilse Arlt ab und begann bei der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Wien als Fürsorgerin zu arbeiten.
In der NS-Zeit Zeit organisierte sie anfangs die Kindertransporte, mit denen jüdische Kinder allein nach England flüchten konnten. Sie wurde Vormund von etwa 200 unehelichen jüdischen Kindern, nachdem die Stadt Wien sich nicht mehr zuständig fühlte. Später erfand sie für manche Kinder einen bereits verstorbenen arischen Vater und legte gefälschte Taufscheine vor, sodass die nunmehrigen „Mischlinge“ nicht deportiert und ermordet wurden. 1942 wurde sie zur Leiterin der Fürsorge der IKG. Sie setzte sich unter Lebensgefahr für die Versorgung der jüdischen Bevölkerung ein und unterstützte versteckt lebende Personen, sogenannte „U-Boote“, mit Kleidung, Lebensmitteln und Medikamenten.
Franzi Löw begann 1945 als Hauptfürsorgerin des Gesundheitsamts der Stadt Wien zu arbeiten und baute die Körperbehindertenfürsorge auf. Für ihren unermüdlichen Einsatz erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1966 das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich.
